Irland September 2008

 

Mit dem Mietauto in vier Wochen rund um die grüne Insel


B & B Cornerville
B & B Cornerville

 

Sa. 30.08.08

Anreise:

Mit Aer Lingus starten wir morgens in München. Nach kurzem Flug erreichen wir so gegen Mittag die Insel. Schon beim Landeanflug auf Dublin zeigt sich die Hauptfarbe des Eilandes.

Grün, grün, grün. Weiden und Heckenlandschaften in allen Grünschattierungen. Die Vorfreude ist grenzenlos. Vier Wochen bleiben uns, diese kleine Insel ( ca. 500x250 km, etwa so groß wie Bayern) zu erkunden. Mit dem Auto, dem Boot, dem Fahrrad und natürlich per Pedes werden wir auf Entdeckungsreise gehen.

Nachdem wir unseren kleinen Mietwagen ( Nissan Micra; für zwei Personen völlig ausreichend und praktisch, da die Sträßchen oft sehr eng sind) übernommen haben, fahren wir los in Richtung Howth.

Howth ist eine kleine Halbinsel im Norden von Dublin und eignet sich aufgrund der guten öffentlichen Verkehrsanbindung hervorragend als Basislager.

In unserem B&B, Cornerville werden wir sehr freundlich  und stilecht mit einer Tasse Tee und Keksen begrüßt.

Nach dem Auspacken und kurz akklimatisieren machen wir uns zu Fuß auf den Weg in den Ort Howth.

Howth wird seit jeher vom Fischfang geprägt. Das übersichtliche Städtchen hat außer einer verfallenen Abtei und eine schöne Aussicht mit Sonnenuntergang touristisch keine nennenswerten Highlights. Was vor Jahrzehnten noch ein verschlafenes Fischerdörfchen war, mausert sich inzwischen zur In-szene mit angeblich hervorragenden Fischrestaurants. Uns ist es heute aber eher nach deftiger Pubküche und vor allem dem schwarzen Gold, Guinness. Nach ein paar Pints dieses Gerstensaftes wanken wir satt und zufrieden ins Bettchen.

 

So 31.08.08

Dublin

Nach einem opulenten irischen Frühstück machen wir uns auf, die Kapitale der Insel zu erkunden. Mit der Dartbahn, einer Art S-Bahn, die regelmäßig in die City fährt sind wir in ca. einer halben Stunde mitten in Dublin. Von dort geht es zu Fuß weiter. Da wir das erste mal in Irland sind, stehen die typischen Highlights der Stadt wie z. B das Trinity college mit dem Book of Kells, Merrion Square mit dem Oscar Wilde Bildnis, St. Stephans Green, das Molly Malone Denkmal und die St. Patrick Cathedral, auf dem Programm.

Am frühen Nachmittag besichtigen wir noch das Guinness Store House. Für alle die sich fürs

Bierbrauen interessieren ein unbedingtes Muss. Aber auch allen anderen sei der Besuch angeraten, und sei es nur wegen der tollen Aussicht in der Gravity Bar, hoch über den Dächern von Dublin. Dort kann man trotz starker Frequentierung in Ruhe sein Pint genießen.

Anschließend lassen wir uns noch ein bißchen durch die Shopping Malls treiben, die hier auch Sonntags geöffnet sind. Nach Schließung der Geschäfte treiben wir mit der Masse unwillkürlich in das Kneipenviertel der Stadt, Temple Bar. Hier tobt der Bär. Ein Pub reiht sich an den nächsten. Ein Restaurant jagt das andere. Man ergattert kaum einen freien Platz.

Für uns Landeier ist das fast ein bisschen zuviel Trubel und so verschwinden wir rasch in den Pub, der dem ganzen Viertel seinen Namen gab, Temple Bar. Sehr verwinkelt spielt hier täglich Livemusik. Auch wenn es vermutlich nicht die authentischen und spontanen Livesessions sind, wir sind ganz angetan von der Stimmung und der Musik. Beschwingt treten wir die Heimfahrt an und fallen dann auch todmüde ins Bett.

 Mo 01.09.08

Wicklow Mountain

Am nächsten Tag starten wir in südliche Richtung ins County Wicklow. Diese dünn besiedelte Landschaft wird geprägt von Bergen und Heidelandschaft. Mitten in dieser karg anmutenden Umgebung liegt die alte Klosteranlage Glendalough. Am Rand eines kleinen Sees, umringt von hohen Bergen kann man die Überreste der Abtei mit zugehörigem Friedhof

( der erste von vielen) bewundern. Der dazugehörige Rundturm ist der besterhaltenste in ganz Irland. Glendalough bietet auch wunderbare Wandermöglichkeiten auf die umliegenden Berge, die wir heute aber nicht nutzen können, da noch weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Programm stehen. Über Sally Gap geht es stundenlang durch die Wicklow Mountains mit abwechslungsreichen Ausblicken. Heide, Ginster, Wälder und natürlich Schafe soweit das Auge reicht.

Am Nachmittag erreichen wir Powerscourt House und Garden. Das großzügige Herrenhaus liegt in einem wunderschön angelegten Garten. Japanischer, amerikanischer und italienischer Stil vereinigen sich hier in einem Gesamtkunstwerk. Selbst der Tierfriedhof mit echten Grabsteinen fügt sich nahtlos in die Gartenlandschaft ein. Im Frühjahr, zur Rhododendronblüte, muss die Anlage ein wahres Farbenmeer sein. Stilecht auf der Schloßterrasse mit Blick über den See lassen wir uns noch Cream Tea schmecken, bevor wir wieder in Richtung Howth losfahren.

 

 

Di 02.09.08

Cushendall

Wir verlassen unser schnuckeliges Bed&Breakfast und begeben uns nach Nordirland. Auf der Fahrt dorthin besichtigen wir noch Newgrange. Diese ca. 5000 Jahre alte Steinansammlung zählt zu den ältesten menschlichen Gebäuden Europas.  Wozu diese Steinanlagen, die von der Megalith Kultur erbaut wurden dienten ist nicht 100%ig belegt. Man vermutet Grab- oder Religionszwecke. Erstaunlich mit welcher Präzision die Menschen vor 5000 Jahre solche Werke entstehen ließen. Am 21. Dezember fällt zu einer bestimmten Tageszeit das Sonnenlicht im richtigen Winkel auf den Kopfstein, dass ein Lichtstrahl den Weg ins Innere der sonst stockdunklen Kammer findet. In einer gut erklärten Führung wird dieser Moment künstlich nachgestellt. Magisch.

Weiter geht es zur Provinz Ulster, dem heutigen Nordirland. Eine echte Grenze gibt es nicht zu überfahren, aber man merkt auch so, dass man sich in einem anderen Land befindet. Nicht nur an den in Pfund angegebenen Preisen, sondern auch am etwas schmuddligen Aussehen der Orte. Irgendwie ist hier alles farbloser, grauer und ungepflegter. Der jahrelange Bürgerkrieg hat deutlich Spuren hinterlassen und der Tourismus ist gerade so am Anlaufen.

Nichtsdestotrotz sind die B&B sehr gut renoviert und die Coastal Route zeigt spektakuläre Landschaften. Da wirkt selbst ein Gewitter mit anschließendem Regenbogen phantastisch.

Übernachten werden wir in Cushendall, einem kleinen Weiler direkt an der Küstenroute.

 

Mi 03.09.08

Portrush

Wir machen uns weiter auf den Weg nach Norden. Direkt an der Küste entlag, auf verschlungenen Wegen Richtung Torr Head. Bei klarem Wetter kann man hier bis Schottland sehen. Leider ist das Wetter heute alles andere als klar. Dichte Bewölkung und Regen vernebeln uns die Sicht auf den Mull of Kintyre. Trotz des Wetters, oder vielleicht auch deswegen, wirkt die Landschaft mythisch.

Wir fahren bis Ballycastle und gucken uns gleich dahinter die Carrick a rede Bridge an.

In einem kleiner Spaziergang näheren wir uns dieser kurzen Hängebrücke, die das „Festland“ mit einer winzigen Insel verbindet, die ausschließlich von Fischern genutzt wurde. Jetzt ist es eine bekannte Touristenattraktion, die von ganzen Busscharen angefahren wird. Es ist schon eine wackelige Angelegenheit über die schwankende Brücke zu stiefeln, wenn der Wind ordentlich pfeift und die Brandung mit ohrenbetörendem Lärm unter der Brücke an die Klippen tost.

In Bushmills lassen wir uns die Besichtigung der dort ansässigen Whisky Destille nicht entgehen. 2008 feiert diese ihr 400 jähriges Bestehen und gilt somit als älteste Destille der Insel. Bei einer Führung kann man wissenswertes über die Whiskeyherstellung erfahren und dann anschließend natürlich auch ein Gläschen davon verkosten.

In Portrush suchen wir Quartier. Die Umgebung dieses Örtchen mit White Park und Dunluce Castle ist schon wunderbar. Allerdings hat das Örtchen selber seine besten Zeiten wohl schon hinter sich. Viel abgelebter Rummel, Spielhallen und Fastfood Restaurants prägen das Ortsbild.

Selbst einen anständigen Pub sucht man hier vergebens. Für eine Nacht wird’s schon gehen.

 

Do 04.09.08

Letterkenny

Wir brechen frühmorgens auf um uns noch das Highlight Nordirlands zu gönnen.  Giants Causeway. Dabei handelt es sich um eine 60 Mio. Jahre alte Basaltformation, die durch vulkanische Eruptionen entstanden ist, die sich durch die Erdkruste brachen und anschließend zu fünf oder sechseckigen Säulen abkühlten. Die auffälligsten Formationen haben so eindrucksvolle Namen wie Wishing well, Giant´s boot oder  The Pipe. Gleich nach Öffnung des Park hat man das Gelände noch fast für sich. Leider konnten wir unsere geplante Wanderung bis zum Dunsverick Castle nicht durchführen, da mal wieder ein Erdrutsch den Wanderweg verschüttet hat.

Somit lassen wir Nordirland hinter uns und fahren nach Irish Alaska, in das County Donegal.

Nachdem wir uns in Letterkenny ein B&B gesucht haben und mal wieder mit Tee versorgt wurden, starten wir unseren Trip auf dem Atlantic Drive um die Fanad Halbinsel. Über Rathmullan, mit dessen pittoresken verfallenen Kirche, fahren wir im Uhrzeigersinn um die Halbinsel Rosguill. Die Landschaft hier ist wirklich einmalig schön, mit oft karibisch anmutenden Stränden. Weißer Sand, türkisgrünes Wasser, kurz ein Traum. Einzig die wilde Bauleidenschaft der Iren stört den Gesamteindruck etwas.

Zurück in Letterkenny besuchen wir zum Abschluss des Tages eines des erstaunlich guten Restaurants des kleinen Ortes.

 

Fr 05.09.08

Donegal

Another lovely day, würde unsere Zimmerwirtin sagen. Und so machen wir uns erneut auf, um den einzigen NP im County Donegal zu besuchen, den Glenveagh National Park. Auf dem riesigen Parkplatz am Visitor Center sind wir fast alleine. Aufgrund begrenzter Zeit entscheiden wir uns nur die Standard Wanderung zum Castle in Angriff zu nehmen. Auf einer Teerstraße geht es nun 4 km am Ufer des Lough Beagh durch die Heidelandschaft zu dem Schloss. Fernab der nächsten Ortschaft steht das im viktorianischen Stil erbaute Castle am Ufer des Sees. Die Innenräume lassen wir sausen und konzentrieren uns mal wieder auf die Außenanlagen. Im Garten und Park wachsen Pflanzen und Bäume, die so gar nicht in die raue Umgebung zu passen scheinen. Vom gut gepflegten Park über Gemüse und Blumenbeeten bis  zum verwilderten Wäldchen reicht die Palette.

Zurück am Parkplatz machen wir uns wieder auf den Weg. Durch die einsame Landschaft des nördlichsten Counties und stillen aber photogenen Weilern suchen wir uns in Donegal ein Quartier. Leider gießt es am Abend in Strömen, so dass wir nicht viel von dem netten Städtchen zu Gesicht bekommen.

Sa. 06.09.08

Lettermore

Über Sligo und Mayo fahren wir heute ins County Connemara mit seiner Hauptstadt Galway.

Auf einer kleinen Insel mit Brückenzufahrt werden wir unser erstes Cottage in Empfang nehmen, wo wir nun eine Woche stationiert sind. Auf dem Weg dorthin ergeben sich so manche tollen Ausblicke, die wir leider nicht in Gänze genießen können, da wir zur verabredeten Zeit in Spiddal sein müssen.

Die Nordküste Mayos ist aber mit Sicherheit eine eigene Reise wert.  Mit Achill Island und dem Croagh Patrick haben wir weitere Highlights nur aus dem Auto kurz gesehen.

In Galway angekommen sind wir erst einmal völlig planlos auf der Suche nach einem Supermarkt herumgeirrt  um das nötigste einzukaufen. Bestimmt irgendwo am Stadtrand. Ja schon, aber an welchem?? Irgendwann wurden wir doch noch fündig und haben für die nächste Woche eingekauft.

Unser Cottage liegt ca. 1 Autostunde westlich von Galway auf Lettermore Island. Direkt am Meer gelegen, der Pub nur 20 Meter entfernt, ist es im alten Stil mit Reet gedeckt. Mit Küche, Wohnzimmer, 2 Bädern und 3 Schlafzimmern ist es fast ein bisschen überdimensioniert für uns, aber wir haben halt gerne Platz. Sehr nett eingerichtet mit offenem Kamin macht es einen durchwegs heimeligen Eindruck auf uns. Ich glaube da können wir uns wohlfühlen.

 

So 07.09.08

Lettermore

Nach einer Woche intensivem Sightseeing lassen wir es heute erst einmal gemütlichen angehen. Endlich mal ausschlafen. Am späten Vormittag machen wir uns dann erneut auf den Weg. Ziel unseres heutigen Ausfluges ist der Lough Corrib. Am Isthmus von Lough Corrib und Lough Mask liegt der kleine Weiler Cong.

Dessen längst verfallene Abtei mit den teilweise noch erhaltenen Kreuzgang wird unser erstes Fotomotiv. Bekannt geworden ist das hübsche Dörfchen durch den hier gedrehten Hollywood Schinken Quiet Man mit John Wayne und Maureen O´Hara. Mir sagt der Film so gar nichts, aber im Dorf stolpert man ständig über Berichte und Fotos der Drehtage.

 In einem kurzen Spaziergang entlang eines Kanals erreichen wir die zweite Attraktion der Gegend, Ashford Castle. Dieses Schloss wird seit den 30er Jahren als Luxushotel geführt. Wir durften sogar einen der VIP´s mit dem Hubschrauber abfliegen sehen. Durch den nett angelegten Park und ein Stück am See entlang spazieren wir wieder zurück nach Cong, wo wir uns im“ Hungry Monk“ ein Tässchen Tee gönnen bevor es wieder nach Lettermore geht.

 

Mo 08.09.08

Lettermore

Uff, was für ein langer Tag.

Früh machen wir uns Richtung Süden auf. Über Galway erreichen wir erst Ballyvaughan, wo wir unserer Shoppinglust auf Souvenirs nachgeben, kurze Zeit später erreichen wir dann  „The Burren“.

Dieser im County Clare gelegene Landschaftsabschnitt besteht eigentlich nur aus Stein.

Kilometerlange Karstflächen, kein Wasser, kein Baum, kaum Menschen.

Allerdings hat sich in den Ritzen und Spalten der Steine eine einmalige Flora angesiedelt.

Von mediterranen, alpinen ja sogar arktischen Pflanzen reicht die Palette.

Im Herz des Burren befindet sich der Poulnabrone Dolmen, eine viel fotografierte Grabstätte aus vorchristlicher Zeit. Kreuz und quer durch die karge Landschaft führt unser Weg, die Straßen werden immer schmäler und schlechter, aber diese eigenartige Stimmung des Burren lässt uns nicht los.

So gegen Mittag trübt sich das Wetter ein und wir verlassen die kuriose Gegend und fahren zu dem Highlight einer jeder Irland Reise. Die berühmten Cliffs of Moher. Bis zu 230m ragen sie steil aus dem Meer empor. Was für ein grandioser Anblick, auch wenn das Wetter nicht mehr mitspielt und es inzwischen nieselt. Deswegen müssen wir uns auch nur mit einem keinen Abstecher Richtung Moher Tower begnügen. Teilweise geht der Weg auch am ungesicherten Abgrund der Klippen entlang, was für nicht schwindelfreie Zeitgenossen durchaus ein Problem werden kann. Inzwischen regnet es doch stärker und wir verziehen uns nach Doolin.

Vor  10 Jahren war dieses kleine Kaff  noch ein Geheimtipp für Live Acts und Sessions Pub.

Heute hört man zwar auch aus jeder Kneipe irische Musik, aber leider werden die Touristen in Bussen hierher gebracht, was dem Flair doch sehr schadet.

 

Di/Mi 09/10.09.08

Lettermore

Nun bleibt uns das schlechte Wetter erhalten. Die letzten beiden Tage verbrachten wir fast ausschließlich bei gemütlichem Kaminfeuer in unserem Cottage. Am Mittwoch versuchen wir kurz einen Ausflug nach Galway, aber schon nach 3 Stunden sind wir wieder daheim.

Schade, aber mit dem Pub gegenüber und guten Büchern vergehen auch die Regentage und laut Wettervorhersage soll es auch besser werden.

 

Do.11.09.08

Lettermore

 

Jetzt lacht das Urlauberherz wieder. Zuerst sah es immer noch sehr ungemütlich aus, aber schon nach einer halben Stunde Fahrt bricht sich die Sonne ein Loch durch die Wolkendecke und die Welt ist wieder in Farbe. Unsere Rundfahrt bringt uns heute die Küstenlinie des stark zerklüfteten Connemara näher. Immer das Meer im Blickfeld erreichen wir so in ca. 2 h das kleine Örtchen Roundstone. Malerisch gelegen ist dieser Weiler vor allem wegen seines Kunsthandwerkes berühmt, allen voran die Bodhran Herstellung. Die Bodhran ist eine irische, mit Ziegenhaut bespannte Trommel, die mit kleinen Schlegeln gespielt wird.

Sie wird hier direkt beim Instrumentenbauer schön bemalt und in verschiedenen Größen angeboten.

Weiter führt uns unser Weg über Clifden ( sehr nettes Städtchen ) zum Connemara National Park. Eigentlich wollten wir unbedingt das Wahrzeichen des Park, den Diamond Hill, besteigen, aber durch die unfreiwillige Regenpause bleibt dafür leider keine Zeit mehr. So müssen wir uns mit ein paar Fotos und dem festen Willen noch mal hier her zu kommen, wieder verabschieden. Am späten Nachmittag erreichen wir noch Kylemore Abbey. Im 19.Jahrhundert von einem Privatmann für seine Frau gebaut, liegt das „Neuschwanstein“ Irlands am gleichnamigen See. Nach dem Tod seiner Frau veräußerte der Erbauer das Schloss.

Über Umwege gelangte es in die Hände der Kirche und beheimatet seither ein Kloster mit Internatsschule.

 

Fr. 12.09.08

Lettermore

Heute schenkt uns der Wettergott einen Traumtag. Nur ca. 3km von unserem Cottage entfernt legt die Fähre zu den  Aran Islands ab. Nach ca. 1h Überfahrt erreichen wir Inishmore, die größte Insel der Arans. Die Aran Islands liegen nordwestlich von Galway und sind die natürliche Fortsetzung des Burren. Mit ihren zerklüfteten Feldern und großen Steinbrocken gleicht die Insel eher einer Mondlandschaft. Wie hart muss in früherer Zeit das Leben der Bauern hier gewesen sein.

In Kilronan leihen wir uns ein Rad und erkunden damit die Insel. Über den höchsten Punkt der Insel mit einem Leuchtturm, geht es wieder hinab, durch „Steinfelder“ zum touristischen Höhepunkt der Insel. Dun Aengus. Diese bedeutende archäologische Stätte, liegt spektakulär direkt am Rand der hohen Klippen am Meer. Man vermutet, dass das Fort einst kreisrund war und ein Teil mitsamt der Klippe ins Meer gestürzt ist. An diesen Klippen können wagemutige auch einen Blick in die Tiefe riskieren. Auf dem Bauch an die Kante robbend hat man dann einen Wahnsinnsblick auf Küstenlinie und den hereinbrechenden Atlantik. Zurück in Kilronan schlendern wir noch ein bisschen durch den Ort, bevor wir mit den anderen Tagestouristen dieses sehenswerte Eiland wieder verlassen. Was für eine liebliche Stille hier wohl einkehren mag, wenn die ganzen Touris mit ihren neuerstandenen Strickpullis wieder abfahren?

 

Sa 13.09.08

Caherdaniel

Quartierwechsel.

Schweren Herzens verlassen wir Lettermore Island und fahren über Galway, Limerick und Newcastle nach Kerry. Leider hat das Wetter wieder umgeschlagen und die Wolken hängen sehr tief, so dass die Aussicht im Killarny National Park nicht sichtbar war. Auf der Suche nach unserem Cottage für diese Woche müssen wir einen Teil des berühmten Ring of Kerry befahren. Bei schönen Wetter wohl sehr schön, bei Nebel aber ziemlich trostlos. So erreichen wir am späten Nachmittag fast im Blindflug Caherdaniel und von dort nach  weiteren 2 km unser kleines Häuschen. Die Besitzer wohnen gleich nebenan und heißen uns herzlich willkommen.

Ich muss schon sagen, dass dieses Haus wohl zum Besten gehört, was wir in den letzten Jahren bewohnen durften. Alles neuwertig, große Küche mit Esszimmer, Wohnzimmer mit Erker, der einen hoffentlich wundervollen Blick auf das Meer freigibt. Das Obergeschoss werden wir wohl nicht benutzen, aber wir haben halt gerne viel Platz.

Abends wird die gut ausgestattete Küche eingeweiht und gemütlich DVD geguckt. Fast wie zuhause.

 

So 14.09.08

Caherdaniel

Dauerregen in Kerry. Die Aussicht aus dem Wohnzimmerfenster ändert sich ständig. Manchmal hat man gar das Gefühl das Meer könnte doch dort unten sein und nicht nur Nebel.

Wieder mal Pausentag mit Lesen und Relaxen.

 

Mo 15.09.08

Caherdaniel

Mann, bin ich fertig. Dabei musste ich noch nicht einmal Autofahren. Ich habe mir fest vorgenommen, die größte Ruine des Landes zu besichtigen. Der Rock of Cashel streckt sich trotzig über dem Örtchen Cashel in den stark bewölkten Himmel. Aber vorher mussten wir so schlappe 250 km fahren. Das hört sich nicht so dramatisch an, aber auf irischen Straßen

(keine Autobahnen) kommt man nicht wirklich schnell voran. So brauchten wir fast 4 h um Cashel zu erreichen. Nach kurzem Lunch machen wir uns auf zur Besichtigung.

Der Rock of Cashel war der ehemalige Königssitz von  Munster. In einer ca. einstündigen Führung werden einem die Historie und die architektonischen Besonderheiten näher gebracht. Eine weitere Sehenswürdigkeit in Cashel, das Folk Museum, eine Art Bauernhaus Museum, hatte geschlossen. So machen wir uns am Nachmittag auf den langen Nachhauseweg.

Wiederrum 4 h Heimfahrt kosten uns fast den letzten Nerv.

Cashel ist zwar unbedingt sehenswert, aber besser auf den Weg von Dublin nach Kerry, und nicht als Tagestour.

 

Di 16.09.08

Caherdaniel

Heute führt uns der Weg rund um die Beara Halbinsel. Der Ring of Beara ist mindestens genauso sehenswert wie der Ring of Kerry. Die Halbinsel liegt südlich  der Iveragh Peninsula im County Cork. Im Gegensatz zu den grünen Schwestern Mizen und Sheep´s Head besteht diese Peninsula hauptsächlich aus kargem Gestein. Sehr dünn besiedelt und optimal zum Wandern. Aber uns läuft natürlich mal wieder die Zeit davon, und so müssen wir uns mit einer Rundfahrt begnügen und uns einen Überblick für den nächsten Besuch zu verschaffen.

Am äußersten Ende der Halbinsel befindet sich die einzige Seilbahn Irlands, die auf eine kleine vorgelagerte Insel nicht weit über das Meer führt. Die verrosteten Stahlseile und eine nicht mehr ganz taufrische Gondel machen nicht unbedingt einen vertrauensvollen Eindruck und wir begnügen uns mit ein paar Fotos von diesem Vehikel.

An der Nordküste, kurz vor dem sehenswerten Städtchen Glengarriff treffen wir auf eine alte Bauernkate, die ein kleines Museum enthält. Molly Ballavan lebte Anfang des 20. Jahrhunderts als Witwe dort und versuchte mit Landwirtschaft und Schwarzbrennerei ihre Familie vor dem Hungertod zu bewahren. In einem Freiluftmuseum werden einem die damaligen  Lebensumstände näher gebracht.  Eine nette Teestube mit ansprechendem Souvenirladen lädt zum Verweilen ein. Wir überreden und deshalb zum Tee trinken und genießen diesen dann auch wirklich.

In Kenmare nehmen wir noch ein leckeres Abendessen zu uns, bevor es wieder in unser hübsches Cottage geht.

 

Mi 17.09.09

Caherdaniel

Wow, was für ein Traumtag. Frühmorgens lacht die Sonne endlich über einem  wolkenlosen Himmel. Frohgemut machen wir uns auf, endlich mal auf Schusters Rappen zu wandeln.

Ziel ist der Killarney National Park. Hier hat man die Qual der Wahl, was man erwandern möchte. Zu den Torc Wasserfällen, oder die Mangerton Mountains. Zum Devil´s Punch Bowl oder in das Gap of Dunloe, Wir entscheiden uns für die Tour um den Muckross Lake. In ca. 3h führt der ebene Pfad um den See. Durch lichte Wäldchen und verträumte Buchten führt der Weg zu Dini´s Cottage, wo wir uns natürlich ein Tässchen Tee zur Pause gönnen. Einzig auf dem Rückweg mussten wir ca. 1-2 km auf der viel befahrenen Straße wandern, da wir den Wanderweg auf der anderen Straßenseite einfach übersehen hatten, und in unserem Reiseführer auch nur die lebensgefährliche Alternative auf der Straße angegeben wurde.

Zurück in Killarny sind wir noch etwas um das alte Herrenhaus geschlendert, welches im Herbst mit seinen weinbewachsenen Mauern ein farbenfrohes Motiv abgibt.

Im Zentrum von Killarney herrscht reges Treiben. Eine Busgruppe jagt die nächste. Was auf den ersten Blick wie ein typisch irisches Kleinstädtchen aussieht, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als absolute Touristenhochburg, mit entsprechender Infrastruktur, Nippesläden und Billigrestaurants. Leider überhaupt nicht unser Geschmack. So führt uns der Weg zurück über den Lady´s View und Moll´s Gap nach Kenmare und Caherdaniel.

 

Do 18.09.08

Caherdaniel

Nach so vielen gefahrenen Kilometern, lassen wir das Auto heute stehen und machen uns zu Fuß auf den Weg ein Stückchen des Kerry Ways zu erwanderen. Von unserem Cottage aus geht es erst bergab zur Derrynane Bucht und deren kleiner Hafen. Dort erstreckt sich wohl einer der schönsten Strände der Kerry Halbinsel. Weißer Sand ein paar Felsen und ansonsten nur Meer. Keine Imbissbuden oder Hotels stören die Einsamkeit. Ein paar vereinzelte Spaziergänger teilen sich mit uns den schier endlosen Strand. Wenn ich mir Entspannung und Idylle vorstelle, dann genau diesen Tag und diesem Strand. Barfuss durch den weichen Sand, die Sonne wärmt das Gesicht. Urlaub pur, nur die Wassertemperatur ist ernüchternd.  Bei Ebbe kann man auch trockenen Fußes zur Abbey Island stapfen, wo mal wieder ein idyllischer Friedhof mit Aussicht auf uns wartet. Über das Derrynane House, Wohnsitz des irischen Nationalhelden und Schmugglers, Daniel C´Connell, wandern wir auf dem teils sehr schlammigen Kerry Way, durch Wälder auf kleinen Sträßchen zurück zum Cottage.

Am Nachmittag starten wir noch mal los um den kleinen Bruder des Rings of Kerry abzufahren. Den Skellig Ring. Am westlichsten Punkt der Iveragh Peninsula gelegen führt uns eine sehr schmale Straße über Ballinskellig um die stark zerklüftete Küste. Die Skellig Islands immer im Blick ist die Küste jetzt wieder rau und wild. Einen Besuch von Skellig Michael kann man bei diesem Wetter glatt vergessen. Die offiziellen Boote des Visitor Centers landen auch nicht auf der Insel, sondern umrunden diese nur, da die Anlandung auch bei ruhiger See nicht ganz gefahrlos ist . Bei privaten Bootsführern kann man aber auch einen Inselaufenthalt mitbuchen. Aber nachdem das Wetter wieder umschlägt, und ich sowieso nicht die Seetüchtigste bin, begnügen wir uns mit einem Blick aus der Ferne.

Nach dem Besuch und Einkauf in einer Schokoladenfabrik fahren wir über Valentina Island zurück nach Caherdaniel.

 

Fr 19.09.08

Caherdaniel

Der letzte Tag in Kerry steht ganz im Zeichen der Dingle Halbinsel. Zwischenzeitlich waren wir fast soweit, dass wir umkehren wollten, weil die Wolken mal wieder bis zum Boden hingen und die Sicht gleich null war. Aber Gott sei dank sind wir standhaft geblieben und wurden mit einer wunderbar aussichtsreichen Scenic Route belohnt.

Für meine Begriffe sehr viel schöner und dramatischer als der Ring of Kerry zeigt sich, auf der nördlich davon gelegenen Halbinsel, der Mythos Irlands. Über Inch mit seinem kilometerlangen Sandstrand betreten wir Dingle. Im gleichnamigen Hauptort machen wir halt und genehmigen uns ein leckeres Mittagessen in einem schnuckeligen Restaurant. Inzwischen hat sich auch die Sonne teilweise durchgesetzt und das schmucke Städtchen erstrahlt in deren Glanz. Weiter die Südküste entlang fahren wir zum Slea Head. Hier wird die Küste steil und unwirtlich mit schroffen und abweisenden Felsen, dazwischen kleine Buchten, einfach traumhaft. Vorbei an den inzwischen verwaisten Blasket Islands können wir uns auf der Nordseite der Halbinsel noch Beehive-Hütten ansehen. Die früheren Behausungen der Leute, Clochans genannt, bestehen nur aus Stein, Holz ist schon seit langem Mangelware auf der Insel. Auf dem gleichen Weg verlassen wir Dingle wieder und beenden damit unsere Rundreise an den Küsten Irlands.

Fazit:

 Im Südwesten der grünen Insel ist man besser beraten mehrere verschiedene Unterkünfte  zu haben, da die Entfernungen, und vor allem der Zeitaufwand, doch sehr hoch sind, um den vielen Topspots gerecht zu werden.

 

Sa 20.09.08

Mellock Quay

Quartierwechsel.

Über Limerick geht es in ca. 4h ins Zentrum Irlands, nach Portuma, einer kleiner Stadt am Ufer des Lough Dergs und dem Shannon, auch Basis der Emerald Star Flotte.

Die letzte Woche unserer Irlandreise verbringen wir auf einem Hausboot und machen den River Shannon unsicher.

Im Moment bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob das wohl so eine gute Idee war. Ich, eine Woche eingesperrt in ein winzige wacklige Schuhschachtel. Aber die Sonne strahlt von einem blauen Himmel und ich bin guten Mutes.

Am Nachmittag bekommen wir eine sehr kurze Einführung auf dem Boot ( max. 20 min) und dann werden wir sogleich von der Leine gelassen. Unser Weg führt uns flussaufwärts den Shannon entlang. Geradeaus zu fahren ist nicht schwer. Nach ca. 2h gemütlichen dahindümpeln kommt die erst Schleuse. Ein bisschen planlos bin ich schon noch mit meinen Leinen am Bug, aber mit Hilfe des Schleusenwärters klappt es dann schon mit dem Anlegen.

Auch andere Bootscrews haben Probleme ( Ring in the wall????). Die Sonne geht langsam am Horizont unter und wir legen kurz nach der Schleuse am Mellock Quay an, um dort unsere erste Nacht auf „See“ zu verbringen. Ein leichtes Schwindelgefühl stellt sich bei mir unter Deck schon ein, aber wenn der Seegang nicht schlimmer wird, ist keine ernsthafte Gefahr in Verzug.

 

So 21.09.08

Clonmacnoise

Nach ruhiger, aber frostiger Nacht begrüßt uns der neue Tag mit einer dicken Nebelsuppe.

Wir heizen erst mal richtig ein und lassen uns das Frühstück schmecken. Unsere Nachbarn werden auch so langsam wach und um halb elf heißt es für uns dann Leinen los und rein in die Suppe. Der ganze Shannon liegt wie in Watte verpackt. Außer unserem Motor ist kein Ton zu hören. Ganz langsam schafft sich die Sonne einen Weg durch den Nebel. Das Ufer nimmt Konturen an und man erkennt Bäume, Sträucher und Weidetiere. Schweigend genießen wir diese fast ätherische Fahrt. Wenn Avalon auftauchen würde, wäre es für mich nicht überraschend. Mittag ist der ganze Spuk vorbei und die Sonne strahlt von einem blauen Himmel. Über Banagher und Shannonbridge erreichen wir am Nachmittag unser heutiges Etappenziel: Clonmacnoise. Die alte Klosteranlage mit gut erhaltenem Rundturm gehört zu den absoluten Highlights in den Midlands. Über die Friedhofsmauer gelangen wir in das Innere der bereits geschlossenen Anlage und haben somit Kloster und Grabstätten ganz für uns. Der Rückweg zum Boot wurde aufgrund einiger halbstarker Kühe fast noch zum Abenteuer, aber schlussendlich erreichten wir unser schwimmendes Heim doch ohne Blessuren.

 

Mo 22.09.08

Hodson Bay

Wieder ein strahlender Morgen. Wir stehen sehr zeitig auf um einige Sonnenaufgänge zu fotografieren, bzw. dieses weiche Licht am frühen Morgen in der einsamen Klosteranlage auszunutzen. Wieder zurück „setzen wir die Segel“ und schippern gemächlich den Shannon entlang. Die Entdeckung der Langsamkeit, das ist wohl die beste Beschreibung einer solchen Bootstour. Kein Stau, keine Hektik und kein bestimmtes Ziel. Herrlich!!

In Athlone legen wir zur Mittagspause an, beobachten das Treiben im Hafen und kommentieren die Andockmanöver der anderen Freizeitkapitäne. So schlecht liegen wir gar nicht im Vergleich. Kurz nach Athlone erreichen wir den Lough Rhee. Hier bläst der Wind ganz ordentlich, und durch die Größe des Sees gibt’s richtig ordentlich Wellengang. Bevor mein Magen rebelliert brechen wir die Tour ab und legen an einer halbprivaten Marina am Hodson Bay Hotel an. Das relativ große Hotel verfügt über Spa-Bereich, Bar, Restaurant und Cafe. Am Nachmittag lassen wir uns Tee schmecken und Abends endlich wieder ein Guinness.

 

Di 23.09.08

Lanesborough

Erneut strahlender Sonnenschein. Der See wurde über Nacht glattgebügelt und ich lass mich gemütlich rüber bringen. Hartmut ist als Kapitän, mit Sonnenbrille und Fernglas bewaffnet, voll in seinem Element. Ich liege draußen am Heck mit Buch und Fotoapparat und sinniere vor mich hin. Am Ende des Lough Rhee liegt das kleine Städtchen Lanesborough. Dort legen wir an einer schnuckeligen Marina an. Nach dem Lunch wollen wir endlich mal unsere mitgemieteten Räder ausprobieren und so machen wir uns kurzerhand auf den Weg. Leider gibt das kleine Städtchen nicht viel her und mit Radwegen sieht es in Irland ohnehin eher mau aus. So radeln wir nach kurzem Einkauf wieder zurück um die Sonnenstrahlen an Deck zu genießen. Abends werden wir noch mit einem sehenswerten Sonnenuntergang verwöhnt. So lässt es sich aushalten.

 

Mi 24.09.08

Athlone

Da wir keinen One Way Charter Vertrag haben müssen wir nun wohl oder übel die Rückfahrt antreten. Wir werden nun den gleichen Weg zurücknehmen um dann am Freitag Nachmittag in Portumna unser Bötchen wieder abzugeben. Wieder strahlt die Sonne und zurück über den Lough Rhee und das Hodson Bay Hotel ( It´s teatime) legen wir am Nachmittag in Athlone an. Hier müssen wir das erste mal overnight Charge bezahlen, dafür ist der Hafen aber auch bewacht. Heute Abend bleibt die Kombüse kalt und wir wollen noch mal schick Essen gehen.  Im Le Chateau, einer alten Kirche die zum Restaurant umgebaut wurde,  werden wir dann auch bei wunderschöner Atmosphäre mit leckerem Essen verwöhnt. Anschließend legen wir noch einen kurzen Stopp im ältesten Pub Irlands ein. Sean´s Bar.  Hier ist der Boden leicht schief , damit bei eventuellen Hochwasser das Wasser besser ablaufen kann. Originell.

 

Do 25.09.08

Banagher

Wieder Sonnenschein, wieder langsam dahintuckern. Es hört sich vielleicht langweilig an, aber ich kann so eine Bootstour nur jedem, der die Natur liebt, angelt oder einfach mal nur seine Ruhe haben will, wärmstens ans Herz legen. Boote gibt es in jeder Größe und Ausstattung und die Bedienung ist wirklich ein Kinderspiel. Der Shannon ist das bekannteste Gebiet für Freizeitkapitäne, aber mit Grand Channel und dem Erne gibt es noch eine Reihe sehr sehenswerte Wasserstraßen. In der Hochsaison könnte ich mir schon vorstellen, dass es an der Classic Route schon mal zu „Parkplatz“ Problemen kommen kann. Aber Vor- und Nachsaison sind bei dem schönen Wetter, das wir hatten, ein Traum. Durch die anhaltenden Regenfälle der letzten Wochen und Monate ( es war wohl, laut Einheimischen, einer der nassesten Sommer der letzten Jahre) glich der Shannon weniger einem Fluss, als vielmehr einer Seenplatte. Viele Seevögel wie Schwäne, Gänse, Kormonane und Enten begleiteten uns die Tage und auch die Weidetiere am Ufer blicken uns neugierig an.

Am Abend des heutigen Tages mussten wir natürlich noch eines der berühmtesten Pubs entlang unserer Route aufsuchen. J.J. Houghs ist wirklich ein Orginal. Schon der Eingang unter dem mächtigen Weinstock ist skuril und innen erst. Also sagen wir mal so, bei uns würde das Gewerbeaufsichtsamt den Laden sofort dichtmachen. Alles uralt, staubig und die elektrischen Leitungen nicht sehr vertrauenserweckend. Vielleicht ist auch früher im Jahr mit Musiksessions zu rechnen, bei uns waren leider nur ein paar vereinzelte Touris wie wir dort. Sehenswert ist es aber allemal.

 

Fr 26.09.08

Portumna

Letzter Urlaubstag unserer Reise. Wir dümpeln zurück nach Portumna machen unser Boot klar zur Übergabe und betrachten das geschäftige Treiben der Emerald Star Basis. Auch Freitag ist Anreisetag und so bekommen wir große und kleine Gruppen mit sehr viel Proviant und noch mehr Getränken zu Gesicht, die sich übers Wochenende auf große Fahrt begeben.

Rückblickend war der Urlaub wunderschön. Irland ist zweifelsohne eine der interessantesten und vielseitigsten Inseln Europas. Um einen Überblick zu bekommen, war die Route und die veranschlagte Zeit O.K. Um das Land besser kennen zu lernen muss man auf alle Fälle öfter kommen, und sich dann einer Gegend genauer widmen. Connemara ist eindeutig mein Favorit. Hier halten sich die Touristenströme noch in Grenzen und das raue Land verstärkt das Gefühl von Einfachheit und Einsamkeit noch.

 

Am nächsten Morgen geht’s dann über die irischen Landstraßen zurück nach

Dublin, das zuverlässige Auto abgeben und zurück nach München.

 

Bye, bye Irland ! Bis zum nächsten mal.


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